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Paradiesgärtlein
Büchertisch
Wege eines Landes
Wolfgang Amadés Erben
Informationen über Buchtitel 
von Renate Krüger

Das Schweriner Schloss

Titelbild Web

Renate Krüger, Das Schweriner Schloss. Residenz und Denkmal. Fotos von Rainer Cordes.

167 Seiten, 72 Abbidungen

Hinstorff Verlag 1997

Das Buch ist zur Zeit vergriffen.

Der Hinstorff Verlag bereitet eine Neuauflage für das Jahr 2012 vor.

“Im Purpurglanz des scheidenden Tages leuchtet ein Märchenschloß mit Zinnen und Türmen und goldener Kuppel. Dahinter blaut der See und grünt der Wald. Es ist wie das Titelbild zu einem romantischen Geschichtenbuch, das so recht eigentlich gar nicht zu unserer sinnierenden und doch kühl-klaren niederdeutschen Art zu passen scheint.”

Wilhelm Franz um 1918


Das Schloss im Feuerschein. Eine Erzählung über den Schweriner Schlossbrand. Ebook

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Leseprobe

Der Tag vor dem Einzug

 

Endlich ist es soweit! Ein großes Fest wird es geben. Morgen zieht die großherzogliche Familie mit ihren hohen Gästen in das fertige Schloss ein.

Morgen, am 26. Mai 1857.

Auch die Schweriner Kinder sind voller Erwartungen. Auf dem Markt hat sich ein ganzer Trupp versammelt, viele in Holzpantinen. Es knallt ordentlich auf dem Kopfsteinpflaster.

Auf dem Markt ist heute Birkengrün zum Schmücken der Häuser verteilt worden, kostenlos. Bürgermeister und Rat waren großzügig. Die Stadt soll so schön wie möglich aussehen. Vor den grünen Hügeln gab es Gewühl, jeder wollte, soviel er tragen konnte. Die Kinder waren schnell zur Hand: „Sall ick helpen?“ Jede kleine Münze war willkommen. In so mancher Hosentasche klimpern Dreier und sogar Sechser. Und nun erst morgen!

Ein Junge mit blauer Schirmmütze, die Hände bis zu den Ellenbogen in den ausgebeulten Taschen, weiß ganz genau, wie es sein wird.

„Hier kommen sie längs! Und vorher stehen sie am Paleh in der Neustadt und versammeln sich. Da können wir zwischen gehen, da kriegen wir was. Und dann wieder von den Leuten, die an der Straße stehen und Hoch! schreien, wenn der Großherzog kommt. Und die Großherzogin. Bloß die Schandarmen vorne weg, die mögen uns nicht!“

„Betteln?“ fragt ein Mädchen und verzieht die Nase.