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„Wisset, daß das Geheimnis des Glücks die Freiheit, das der Freiheit aber der Mut ist!“ Diese Worte des griechischen Geschichtsschreibers Thukydides könnten über dem Lebensweg von Renate Krüger stehen.
Aufgewachsen in den beiden deutschen Diktaturen dieses Jahrhunderts, in der prägsamsten Entwicklungsphase zudem von den Kriegsjahren und dem ihnen folgenden totalen Zusammenbruch mit dem Verlust aller geistigen und materiellen Werte zutiefst betroffen, entwickelte sie nicht Anpassungsfähigkeit, die Überleben sichern hilft, sondern suchte und fand ihren ganz persönlichen Weg aus Unfreiheit und geistiger Enge zu innerer Freiheit und Unabhängigkeit.
Da das Kriegsende den Menschen in der sowjetischen Besatzungszone trotz aller Hoffnungen und Bemühungen keinen demokratischen Neubeginn eröffnete, sondern nur den Wechsel von der braunen in die rote Diktatur einleitete, ist es sinnvoll zu erfahren, wie es möglich war, sich in Identität und Weltanschauung dem ständig wachsenden Zugriff der Staatsmacht zu entziehen. Renate Krüger betrachtete Repressionen und Benachteiligungen als Herausforderung zur Entwicklung eines nicht in die Breite, sondern in die Tiefe reichenden Freiraumes, aus dem heraus sie historische Romane, kulturhistorische Sachbücher und religiöse Belletristik schuf.
Die Aufzeichnung von drei Jahrzehnten als „Aufbruch unter Diktaturen“ zeigt uns zum einen, welchen entsetzlichen, unmenschlichen Erfahrungen Menschen damals ausgeliefert waren - und viele zerbrachen an ihnen -, zum anderen, daß das Streben nach geistiger Unabhängigkeit als Voraussetzung zu Mündigkeit und Zivilcourage auch unter diesen Bedingungen möglich und sinnvoll ist.
Ursula Ringer-Knauff
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